Masterplan (Ltd.Deluxe Box)


Ringo111
Vö: 23.08.2019 / CD

Ringo111 


Beim Blick in die Rap-Playlisten der Streamingdienste, scheint es, als wenn nur noch eine Art von Musik erfolgreich ist: Tanzbare Beats mit Ohrwurm-Melodien und Auto-Tune-Hooks. Klassischer Rap auf Beats, die ballern? Fehlanzeige. Für Ringo111 schließt das eine das andere aber nicht aus. Er mag Notorious B.I.G genauso wie die neue Generation. »Ich bin offen für alles. Es ist egal ob 90er Rap oder Trap - wenn es bockt, dann bockt es.«

Die Eltern von Ringo111 flüchten 1993 vor dem Krieg aus Jugoslawien nach Deutschland. Die erste Zeit leben sie in den Wohnschiffprojekten im Hafen von Hamburg-Altona, im Jahr 1994 wird schließlich ihr Sohn Ringo111 geboren. Bis er vier ist, lebt die Familie in St. Pauli, dann geht es nach Hamburg-Horn, ein Viertel im Osten der Hansestadt – und vor allem in direkter Nähe zum Problemviertel Billstedt.

»Es gab viele normale Leute, aber eben auch welche, die Dreck am Stecken hatten«, erinnert sich Ringo111. »Erst haben wir nur Fußball gespielt, aber irgendwann auch andere Sachen gemacht.« Zum Glück tritt genau an diesem Punkt die Musik in sein Leben. Seine älteren Brüder hören Kassetten mit Songs von Notorious BIG und 2Pac. Ringo111 ist fasziniert davon, wie die Rapper von ihrem Leben an West- und Ostküste erzählen und versucht sich selbst im Freestylen.

»Ich wollte durch meinen Rap gar nicht im Mittelpunkt stehen. Mir ging es vielmehr um die Liebe zur Musik und das, was ich mit ihr erreichen kann. Mit meinen Songs habe ich Leute dazu gebracht, mir zuzuhören«, erinnert sich Ringo111. »In der Musik konnte ich meine Gefühle und meine Art zu denken formulieren und Leute haben es sich angehört und ernst genommen.«

2011 stößt Ringo111 zu der von Faruk111 und Dzela111 gegründeten 111er Clique. Durch den gemeinsamen Freund Secret von Jentown Cryhme entsteht der Kontakt zu 187-Hausproduzent Jambeatz, der Bonez MC und co. bis heute mit seinen charakteristischen Kompositionen versorgt. Die 111er machen erste Aufnahmen, die bald den Weg ins Netz finden und die Clique in der gesamten Hansestadt bekannt macht. Kurz darauf touren sie gleich zweimal mit der 187 Strassenbande durch ganz Deutschland.

Aber als Faruk111 und Ringo111 im Jahr 2014 einen schweren Autounfall haben, bei dem Faruk stirbt, bedeutet das fast das Ende der Gruppe und das bereits fertiggestellte Mixtape erscheint nie. Stattdessen verbringt Ringo111 Jahre damit, den Tod von seinem Freund zu verarbeiten. »Sein Tod war ein Schock. Faruk war wie ein Bruder für mich und ich habe lange gebraucht, seinen Verlust zu akzeptieren«, erinnert sich Ringo111.

Aber er erinnert sich auch an etwas anderes: »Der Traum von Faruk war es, die 111, unsere drei Zahlen, nach oben zu bringen. Nach dem ich mich wieder aufgerappelt hatte, war klar, dass ich ihm diesen Wunsch erfüllen muss. Dieser Gedanke hat mich motiviert, weiterzumachen.«

2016 wird Ringo111 zusammen mit seinem Partner Dzela111 von der Backspin nicht nur zum Newcomer des Monats erkoren, sondern beginnt auch mit den Arbeiten an seinem ersten Album. Der Sound? Zwischen Old- und Newschool und so vielfältig, dass er bestimmt in keine Schublade passt. »Das Album ist sehr facettenreich. Ich will damit zeigen, wer ich bin und was ich alles kann. Die Leute sollen meine Musik abchecken und hören, was ich zu sagen habe.«

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